ECOSOLA - Verbundprojekt in Tansania und Südafrika

Dar es Salaam und Kibaha (Coast Region), Tansania

ECOSOLA ist ein Verbundprojekt der planungsgruppe grün mit der Universität Oldenburg, der University of Dar es Salaam (Tansania) und der Nelson Mandela Metropolitan University (Südafrika). Ziel des Projektes ist es Lösungsansätze für eine ökologisch und sozial verträgliche Stadtentwicklung rasant wachsender afrikanischer Metropolen zu erarbeiten.

Dar es Salaam und Kibaha (Coast Region), Tansania

ECOSOLA ist ein Verbundprojekt der planungsgruppe grün mit der Universität Oldenburg, der University of Dar es Salaam (Tansania) und der Nelson Mandela Metropolitan University (Südafrika). Ziel des Projektes ist es Lösungsansätze für eine ökologisch und sozial verträgliche Stadtentwicklung rasant wachsender afrikanischer Metropolen zu erarbeiten.

Kenndaten

Kenndaten

Auftraggeber
Universität Oldenburg

Planungsumfang
ca. 250 ha

Bearbeitungszeitraum
seit 2017

Kooperation
planungsgruppe grün mit
Universität Oldenburg, University of Dar es Salaam und Nelson Mandela Metropolitan University
Mehr...

Detailbeschreibung

Der Fokus von ECOSOLA (Ecosystem-based solutions for resilient urban agriculture in Africa) liegt dabei insbesondere auf der Erforschung der derzeitigen Rolle und zukünftiger Potentiale kleinbäuerlicher urbaner und suburbaner Landwirtschaft in Dar es Salaam und der Western Cape Region. Das Projekt soll dazu beitragen, urbane und periurbane Landwirtschaft in Tansania und Südafrika nachhaltig zu stärken, um die Versorgungslage schnell wachsender Städte zu verbessern und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit wichtiger Ökosystemfunktionen zu gewährleisten.

Hintergrund
Ähnlich wie viele andere Metropolen in Sub-Sahara Afrika, ist Dar es Salaam einem rapiden Bevölkerungswachstum ausgesetzt, welches weitreichende Probleme mit sich bringt. Dar es Salaam weist eine nur sehr geringe Industrialisierungsrate auf und zieht vorrangig schlecht ausgebildete Landbevölkerung an. Wachsende Armut und Arbeitslosigkeit, ungenügende Lebensmittelversorgung, unterentwickelte Infrastruktur sowie das weit verbreitete Phänomen der informellen Siedlungen sind Ursache dafür, dass eine planvolle Stadtentwicklung meist nur auf wenige Stadtbezirke beschränkt bleibt. Im Zuge der schnell fortschreitenden Urbanisierung, welche sich mittlerweile bis auf die benachbarte Coast Region auswirkt, werden ländlich-agrarische, auf Ökosystemleistungen basierende Wirtschaftssysteme nach und nach von Systemen abgelöst, die kaum direkte Bezüge zu Ökosystemen aufweisen. Andererseits sind urbane Wirtschaftssysteme in der Regel von der Ausbeutung zahlreicher natürlicher Ressourcen abhängig und bedingen die Degradierung essentieller Ökosystemleistungen wie die Steuerung von Wasser- und anderen Stoffhaushalten oder die Beeinflussung des lokalen Klimas.

Die planungsgruppe grün erarbeitet im Rahmen des ECOSOLA-Projektes Lösungsansätze für die zu erwartende urbane Entwicklung einer derzeit noch ländlich geprägten Gemeinde in der Coast Region in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtrand von Dar es Salaam. Es wird untersucht wie Urbanisierung, Wohnen, Ernährungssicherheit, Verfügbarkeit von Bioenergie und Infrastruktur unter Berücksichtigung wesentlicher Ökosystemleistungen räumlich organisiert und nachhaltig gesteuert werden können. Als wesentliche Grundlage dient uns dafür die vorhandene ökologische Ausstattung des Projektgebietes, welche wir im Herbst 2017 über eine Kartierung verschiedener Habitattypen ermitteln konnten. In einem nächsten Schritt werden die im Projektgebiet vorkommenden Habitattypen hinsichtlich ihrer Bedeutung für verschiedene Ökosystemleistungen bewertet. In Kombination mit der Habitattypenkarte kann so eine räumlich-explizite Beurteilung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Projektgebietes erfolgen. Unter Einbeziehung lokaler Experten und Interessengruppen werden realistische, kurz- bis mittelfristige Szenarien urbaner Entwicklung entworfen, anhand derer die zukünftige Verfügbarkeit der verschiedenen Ökosystemleistungen abgeschätzt wird. Schließlich wird ein beispielhafter Landnutzungsplan für das Projektgebiet erstellt, welcher sich vorrangig an einer Optimierung der zukünftig verfügbaren Ökosystemleistungen unter Berücksichtigung der Präferenzen verschiedener Interessengruppen orientiert.

Leistungen planungsgruppe grün
  • Kartierung der Habitattypen im Projektgebiet
  • Fachliche Beurteilung der derzeitigen und zukünftigen räumlich-expliziten Verteilung von Ökosystemleistungen im Projektgebiet
  • Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung verschiedener lokaler Bauern und Siedler sowie von Regierungsbehörden auf Distrikt- und Gemeindeebene
  • Erstellung eines beispielhaften Landnutzungsplanes
  • Beratung der vor Ort zuständigen Planungsbehörden
Drucken