Bodenabbau Ruschsand

Insel Ruschsand, Unterweser

Zur Anpassung der Bestickhöhen der Weserdeiche von Berne-Ohrt bis Ranzenbüttel werden ca. 200.0000 m³ Klei benötigt. Im Auftrag des I. Old. Deichband wird seit 2016 auf der direkt benachbarten Insel Ruschsand als Beitrag zur Kleigewinnung Boden auf einer Fläche von ca. 21 ha abgebaut. In diesem Zuge werden vorhandene Gewässer - zum Teil tidebeeinflusst - erweitert und renaturiert.

Bodenabbau Ruschsand

Insel Ruschsand, Unterweser

Zur Anpassung der Bestickhöhen der Weserdeiche von Berne-Ohrt bis Ranzenbüttel werden ca. 200.0000 m³ Klei benötigt. Im Auftrag des I. Old. Deichband wird seit 2016 auf der direkt benachbarten Insel Ruschsand als Beitrag zur Kleigewinnung Boden auf einer Fläche von ca. 21 ha abgebaut. In diesem Zuge werden vorhandene Gewässer - zum Teil tidebeeinflusst - erweitert und renaturiert.

Kenndaten

Kenndaten

Auftraggeber
I. Oldenburgische Deichband

Projektkoordination
NLWKN Brake-Oldenburg

Planungsumfang
ca. 30 ha

Bearbeitungszeitraum
seit 2005
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Der Ruschsand liegt im gemeldeten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Nebenarme der Weser mit Strohauser Plate und Juliusplate“ mit den tidebeeinflussten FFH-Lebensraumtypen „Ästuarien“ und „Auenwäldern mit Erle und Esche". Wertgebende Tierarten sind Teichfledermaus, Fluss- und Meerneunauge sowie die Finte.
In Kooperation mit den zuständigen Behörden wurden die Schutz- und Erhaltungsziele für das Teilgebiet Ruschsand konkretisiert und Leitbilder entwickelt. Durch einen Deichrückbau in Verbindung mit einem Bodenabbau ist es möglich, dass sich - unter einem regelmäßigen Gezeiteneinfluss - eine natürliche Gewässermorphologie einstellt.
So können sich Auwald und weitere mit ihm vergesellschaftete Biotopstrukturen wie naturnahe Flusswattflächen und Schilfröhrichte des Süßwassers sowie Weidengebüsche auf dem Ruschsand entwickeln. Durch geeignete Wasserbauwerke (z.B. Schwellen) wird für den Verbleib eines Restwasserkörpers während des Weser-Niedrigwassers gesorgt. Dies führt zur Entstehung dauerhafter Flachwasserbereiche, die für die aquatische Fauna (u.a. Anhang II-Fischarten) als Lebensraum und darüber hinaus mit ihren Kontaktbereichen zur Ufervegetation als Jagdhabitate, z.B. für die Teichfledermaus, dienen.

In der Umsetzung wird Boden in drei Teilbereichen flächenhaft abgetragen und die bestehende Eindeichung der Flächen durch einen Sommerdeich aufgebrochen, die Deichlinie versetzt und neu hergestellt werden. Mit der neuen Deichlinie bleibt weiterhin ein Teilbereich zum Schutz einer Pipeline und der landwirtschaftliche Nutzung von der Tide abgetrennt. Im Zuge der Abbaumaßnahmen ist mit Baubeginn in 2016 ein vorhandenes Stillgewässer ("Kleines Loch") erweitert und dessen Randbereiche renaturiert worden. Gemäß Plangenehmigung bedarf die Baumaßnahme der ständigen und durchgehenden naturschutzfachlichen Begleitung. Diese Aufgaben der ökologischen und bodenkundlichen Baubegleitung werden unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Ziele durch die planungsgruppe grün übernommen.

Leistungen planungsgruppe grün
  • Kartierung der Vegetation u. Biotoptypen
  • Naturschutzfachliche Leitbildentwicklung
  • FFH-Verträglichkeitsprüfung
  • Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Landschaftspflegerischer Begleitplan, spezielle artenschutzrechtliche Prüfung
  • Boden- und Abbauplanung, Herrichtungsplanung nach Kleiabbau
  • Ausführungsplanung Wasserbauwerke
  • Zusammenstellung des Antrags auf Planfeststellung
  • Ökologische Baubegleitung

 

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